Arbeitsrecht Aktuell

Anteilige Urlaubskürzung für Zeiten von Kurzarbeit unzulässig

Der Arbeitgeber ist bei Kurzarbeit nicht berechtigt, den Erholungsurlaub der  betroffenen ArbeitnehmerInnen anteilig im Verhältnis zu den Jahresarbeitstagen zu kürzen, wenn keine Kurzarbeit „Null" zu Grunde liegt.    

Die klagenden Parteien sind der Meinung, dass die durchgeführte Kurzarbeit keinen Einfluss auf ihre Urlaubsansprüche hat. Die Kurzarbeitenden haben nicht ähnlich einem Teilzeitbeschäftigten eine vorhersehbare und freigestaltbare Freizeit durch Kurzarbeit gewonnen, die sie nutzen können, um sich auszuruhen oder Freizeitaktivitäten nachzugehen.

Die Beklagte stützt sich zur Berechtigung der anteiligen Urlaubskürzung während der Kurzarbeit auf Entscheidungen des EuGH und des BAG über entsprechende Urlaubskürzungen gegenüber Teilzeitbeschäftigten und bei Gewährung eines Sabbaticals für Arbeitnehmer, sowie auf eine obergerichtliche Entscheidung bei Kurzarbeit „Null".    

Das Arbeitsgericht hat den Klagen vollumfänglich stattgegeben und den Arbeitgeber verpflichtet, den gekürzten Urlaubsanteil dem Urlaubskonto der klagenden Arbeitnehmer wieder gutzuschreiben.

Die Berufung zum Landesarbeitsgericht wurde wegen der Bedeutung der Rechtssache zugelassen.

   

Quelle: Pressemitteilung des ArbG Osnabrück v. 10.06.2021

Antonia Krusch

Rechtsanwältin Antonia Krusch ist mit Ihrer Kanzlei in Dietzenbach tätig.

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